Durch Nierenteilresektion beherrschbare Tumore

Bei der Nierenteilresektion handelt es sich um eine Operationsmethode, deren Ziel die Entfernung von Nierentumoren bei gleichzeitigem bestmöglichen Erhalt der Nierenfunktion ist. Im Gegensatz zur vollständigen Entfernung der Niere, der sogenannten „Tumornephrektomie“, verbleibt bei der Nierenteilresektion der gesunde und noch funktionsfähige Anteil der Niere im Körper.

Die Nierenteilresektion ist die Therapie der Wahl für Raumforderungen der Nieren bis zu einer Größe von etwa 7cm, wann immer dies technisch möglich ist. Voraussetzung hierfür ist, dass der Tumor nicht in wichtige Strukturen, wie Gefäße oder das Nierenbecken eingewachsen ist.

Eine neue Überblicksarbeit der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU) befasste sich daher mit der Nierenteilresektion mit dem Ziel, die Nierenfunktion nach diesem Eingriff weiter zu verbessern. Hierzu wurde eine Vielzahl von internationalen Studien ausgewertet und verglichen.

Nach den Ergebnissen dieser Arbeit ist die Nierenfunktion nach einer Nierenteilresektion das Ergebnis eines komplexen dynamischen Zusammenspiels von drei Faktoren:

Faktor 1: Die Präoperative Qualität des Nierengewebes

Nierentumor Nierenteilresektion

Viele der untersuchten Studien weisen darauf hin, dass die Nierenfunktion nach einer Nierenteilresektion entscheidend von der Ausgangsqualität des Nierengewebes abhängt.

Dies ist insbesondere von Bedeutung, da bei Nierentumor-Patienten bereits bei 25-30% eine chronische Nierenerkrankung vorliegt. Der Grund hierfür ist, dass beide Erkrankungen gemeinsame Risikofaktoren, wie Beispielsweise Bluthochdruck, Rauchen oder ein fortgeschrittenes Alter aufweisen.

Faktor 2: Die Menge des erhaltenen Nierengewebes

Tumorgröße und anatomische Komplexität eines Nierentumors sind nichtveränderbare Faktoren die bei jedem Patienten unterschiedlich sind. Die untersuchten Studien erbrachten Hinweise darauf, dass je größer und komplizierter ein Nierentumor aufgebaut ist, desto schlechter die postoperative Nierenfunktion ist. Des Weiteren muss der Blutfluss durch die Niere bei komplexeren Tumoren länger unterbrochen werden um diese entfernen zu können. Darüber hinaus zeigte sich, dass es bei dieser Art von Tumoren durch die Operation zu einem größeren Verlust von gesundem Nierengewebe kam.

Faktor 3: Regenerationsfähigkeit der Niere nach der Unterbrechung der Blutzufuhr

Bei der Niere handelt es sich um ein äußerst gut durchblutetes Organ. Um den Nierentumor aus der Niere herauslösen zu können, ist es daher in den meisten Fällen unabdingbar die Blutzufuhr zur Niere kurzzeitig zu unterbrechen, da ansonsten ein kritischer Blutverlust droht.

Hierbei gibt es verschiedene Techniken zur Unterbrechung der Blutzufuhr, die zum Ziel haben die Blutzufuhr nur möglichst kurz zu unterbrechen oder nur die Blutversorgung des Nierenteiles in dem sich der Tumor befindet zu unterbrechen. Somit kann der schädliche Einfluss auf die Niere minimiert werden. Es ist dabei äußerst wichtig, dass für jeden Patienten individuell die beste Technik ausgewählt wird. Neuere Studien weisen darauf hin, dass die menschliche Niere Unterbrechungen der Blutzufuhr von 30-60min mit nur milden strukturellen Veränderungen und ohne einen akuten Funktionsverlust tolerieren kann.

Eine weitere Technik um die Schädigung der Niere zu verringern ist das Kühlen des Organes während der Operation. Bei einer offenen Operation geschieht dies meist durch das Einbringen von zerstoßenem Eis in den Operationssitus. Alle Techniken haben gemeinsam, dass versucht wird durch ein Herabkühlen der Niere die Stoffwechselvorgänge zu verlangsamen und somit die Zeit die die Niere von der Blutzufuhr abgeschnitten sein kann (sog. „Ischämiezeit“) zu verlängern. Dies macht vor allem für komplexe Tumoren Sinn, bei denen zu erwarten ist, dass die Operation länger dauern wird.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es sich bei der postoperativen Nierenfunktion um das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels einer Vielzahl von Faktoren handelt. Einige davon sind durch die Beschaffenheit des Tumors vorgegeben und von Patient zu Patient unterschiedlich. Andere können durch das Geschick des Operateurs und die angewendeten Techniken zu Gunsten einer möglichst guten Nierenfunktion nach der Operation beeinflusst werden. Hierbei sind eine gewissenhafte Vorbereitung des Eingriffes und ein erfahrener Operateur unabdingbare Grundvoraussetzungen.

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