Brachytherapie – Was ist das?

brachytherapie

Für bestimmte Formen des Prostatakrebses, z.B. frühes Stadium bzw. noch lokalisierter Befund, ist die sogenannte Brachytherapie der Prostata oft die Therapieform der Wahl. Bei dieser besonderen Art der Strahlentherapie werden Tumore aus unmittelbarer Nähe mit radioaktiven Strahlen behandelt. Hierfür werden Ministrahler, sogenannte „Seeds“, direkt in die Prostata eingebracht, welche von dort kontinuierlich das Prostatakarzinom bestrahlen. Die Brachytherapie ist auch bekannt als interne Strahlentherapie oder Kurzdistanztherapie.

Die Implantation der „Seeds“ erfolgt durch ein erfahrenes Spezialisten-Team von Urologen, Strahlentherapeuten und Strahlenphysikern. Bei der Brachytherapie der Prostata kommen ca. 4 mm kleine „Seed“-Implantate zum Einsatz, welche mittels Ultraschall-Überwachung direkt in das Karzinom eingepflanzt werden.

Brachytherapie Prostata – Unterschied HDR und LDR Brachytherapie?

Der Hauptunterschied der HDR und LDR Brachytherapie ist die Dosis der abgegebenen Strahlung: LDR steht für „low dose rate“ und HDR entsprechend für „high dose rate“. Die niedrig dosierte LDR Brachytherapie der Prostata kommt vorwiegend bei kleineren und weniger aggressiven Tumoren zu Einsatz. Die dauerhaft in der Prostata verbleibenden „Seeds“, sind mit schwach radioaktivem Jod-125 angereichert und bestrahlen das Prostatakarzinom langfristig.

Für die Behandlung von Prostata-Tumoren z.B. in einem bereits fortgeschrittenen Stadium, zieht der erfahrene Urologe in Absprache mit dem Strahlentherapeuten meist die HDR Brachytherapie vor. Hierbei wird der Prostatatumor für eine kurze Zeit mit einer sehr hohen Dosis an radioaktiver Strahlung behandelt. Häufig erfolgt diese Behandlungsform in Kombination mit einer perkutanen (= äußeren) Strahlentherapie. Neben der unterschiedlichen Dosisrate, kommt bei der HDR Brachytherapie im Vergleich zur LDR Brachytherapie kein Jod, sondern Iridium-192 als Strahlenquelle zum Einsatz. Spezielle Hohlnadeln führen diese computergesteuert in die Prostata ein.

Die Brachytherapie der Prostata kann generell nur in Betracht gezogen werden, wenn der Tumor nur in der Prostata lokalisiert werden kann, sprich noch keine Absiedlungen (= Metastasen) gebildet wurden.

Vorteile einer Brachytherapie?

Die Brachytherapie bietet als interne Strahlentherapie gegenüber einer externen Bestrahlung oder weitreichenden chirurgischen Eingriffen besondere Vorteile:

  • höhere Wirksamkeit durch sehr präzise Bestrahlung des Prostatakarzinoms
  • kürzere Behandlungszeiten (1-2 Tage) und weniger Klinikaufenthalte
  • schnellere Regeneration (2 bis 5 Tage)
  • minimal-invasive Therapieform
  • geringere Nebenwirkungen (keine Harninkontinenz, geringere sexuelle Funktionsstörungen)

Welche Nebenwirkungen bestehen bei einer Brachytherapie der Prostata?

Die Brachytherapie der Prostata weist in der Regel kaum Nebenwirkungen auf. Vorübergehend kann es zu Beschwerden bei der Entleerung der Blase kommen, die in der Urologischen Klinik meist präventiv medikamentös behandelt werden. Die sexuelle Potenz bleibt von der Brachytherapie in den meisten Fällen unberührt, kann aber ggf. medikamentös unterstützt werden.

Der wichtigste Bestandteil der Behandlung von Prostaerkrankungen ist die kontinuierliche Nachsorge in der Urologischen Klinik – so auch bei der Brachytherapie! Ihr Urologe wird Sie dahingehend beraten und regelmäßige urologische sowie strahlentherapeutische Nachsorgeuntersuchungen anordnen.

  

Die Urologen Dr. R. Djamali-Leonhard und Dr. F. Meisse führen die Brachytherapie als Chefärzte der Abteilung für Brachytherapie der Urologischen Klinik München-Planegg durch.

Weitere Informationen zur Brachytherapie erhalten Sie in unserem Infoflyer:
LDR-Brachytherapie: Schonende Alternativtherapie beim Prostatakarzinom - 
Die permanente Seed-Implantation

 

Weiterführende Informationen zum Prostatakarzinom InfoButton

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