Welche Untersuchungen führt der Urologe bei Verdacht auf einen Hodentumor durch?
Als erstes wird der Urologe eine Ultraschalluntersuchung des Hodens machen. Mit dieser einfachen, nicht schmerzhaften Untersuchungsmethode kann man einen Hodentumor relativ sicher erkennen. Außerdem sollten die so genannten Tumormarker (Alpha-Fetoprotein, beta-HCG) im Blut bestimmt werden. Bei manchen bösartigen Hodentumoren können diese erhöht sein. Sie dienen vor allem auch zur Verlaufskontrolle nach der Therapie. Nach der primären Entfernung des Hodens wird in der Regel eine Computertomografie des Bauchraumes und der Lunge durchgeführt, um zu sehen, ob eventuelle Metastasen vorhanden sind.
Wie wird ein Hodentumor primär behandelt?
- Inguinale Freilegung ggf. Semikastration
Bei Verdacht auf einen Hodentumor muss als erstes der betroffene Hoden operativ über einen Leistenschnitt freigelegt oder entfernt werden (inguinale Semikastration), damit der Tumor vom Pathologen mikroskopisch untersucht und die Verdachtsdiagnose endgültig bestätigt werden kann. Diese Operation wird in unserer Klinik in der Regel in Vollnarkose durchgeführt.
Bei unklarem Befund wird unter Umständen eine sofortige mikroskopische Beurteilung während der Operation (Schnellschnittuntersuchung) durchgeführt, um zu klären, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt. Im Falle eines bösartigen Tumors muss der betroffene Hoden mit dem zugehörigen Samenstrang und Blutgefäßen komplett entfernt werden.
Der entfernte Hoden wird dann vom Pathologen unter dem Mikroskop untersucht und dieser legt fest, um welchen Typ von Hodentumor es sich handelt. Ganz grob unterscheidet man zwei verschiedene Typen von Hodentumoren. Die sog. seminomatösen Hodentumoren (Seminome) sind gekennzeichnet durch ihr gutes Ansprechen auf eine Bestrahlung. Die nicht-seminomatösen Hodentumore (Nicht-Seminome) zeigen ein gutes Ansprechen auf eine Chemotherapie.
In gleicher Narkose kann eine passende Hodenprothese eingelegt werden, falls der Patient dies wünscht. Der stationäre Aufenthalt dauert ca. 4-5 Tage. Damit nach der Operation kein Leistenbruch entsteht, sollte für 4 Wochen keine sportliche Aktivität erfolgen.
Nächste Seite
PDF-Datei: Hodenkrebs 
|