Urologische Klinik Dr. Castringius München - Planegg

 

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Was passiert, wenn doch schon Metastasen aufgetreten sind?

  • Immuntherapie/Immunchemotherapie
    Auch bei Entwicklung von Tochtergeschwulsten (Metastasen) sollte in erster Linie eine operative Entfernung zur Verringerung der Tumorlast erfolgen. Ist dies nicht möglich, führt man heutzutage meist eine Immuntherapie durch. Hier versucht man durch Medikamente (Interferone, Interleukione) das körpereigene Immunsystem so anzuregen, dass es die gut getarnten Tumorzellen erkennt, angreift und beseitigt. Eventuell kombiniert man diese immunstärkenden Medikamente mit einem Chemotherapeutikum (Immunchemotherapie). Eine alleinige Chemo- oder Strahlentherapie ist beim Nierenkrebs allerdings meist wirkungslos.
  • Monoklonale Antikörper
    Krebszellen besitzen an ihrer Oberfläche bestimmte Merkmale (Antigene), die nur für sie typisch sind und an die sich gleichzeitig körpereigene Abwehrzellen (Antikörper) nach dem „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ ankoppeln können. Gelingt dies, so kann im Idealfall das körpereigene Abwehrsystem aktiviert werden und so die Krebszellen vernichtet werden. Dadurch, dass diese Antikörper nur an die Krebszellenantigene binden, werden gesunde Zellen nicht geschädigt, wie dies z.B. bei einer Chemotherapie der Fall ist. Hinzu kommt, dass im Gegensatz zur Chemo- und Strahlentherapie auch sich nicht in Teilung befindliche Krebszellen („ruhende Krebszellen“) abgetötet werden.

    Die wissenschaftliche Forschung und die forschende Arzneimittelindustrie bemüht sich sehr stark um die Herstellung solcher speziellen Antikörper.

    Auch wir beteiligen uns an einigen internationalen Studien und betreuen ausgewählte Patienten, die sich freiwillig für diesen individuellen Behandlungsversuch zur Verfügung gestellt haben. Erste Ergebnisse aus diesen Studien sind vielversprechend. Eine offizielle Zulassung für eine breitere Anwendung liegt derzeit allerdings noch nicht vor.

    Weitere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel "Studienhaus".
  • Gentherapie/Vakzine
    Dabei versucht man durch eine „Impfung“ mit genetisch veränderten Tumorzellen (Vakzine) die Produktion von körpereigenen tumorspezifischen Abwehrzellen anzuregen, um Krebszellen zu bekämpfen.

    Eine solche alternative Behandlung ist allerdings nur in so genannten klinischen Studien möglich, an denen sich auch unsere Klinik beteiligt.

    Weitere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel "Studienhaus".
  • Target-Therapie
    Neue Therapieansätze bestehen in der sogenannten Target- Therapie. Diese zielt darauf ab, in den Zellstoffwechsel einzugreifen und tumorbiologisch wichtige Signalwege, die das Fortschreiten einer Tumorerkrankung bedingen, zu unterbinden. Der Großteil der bösartigen Nierentumoren ist beispielsweise gut mit Blutgefäßen versorgt, daher bieten sich Substanzen an, die die Gefäßbildung in Tumoren verhindern (Angiogeneseinhibitoren). Seit Einführung dieser Substanzen hat eine dramatische Veränderung der Therapie des Nierenkrebses mit bereits vorhandenen Tochtergeschwulsten stattgefunden. Durch die vielversprechenden Daten zur Target- Therapie wird die Behandlung durch die Immuntherapie nicht mehr uneingeschränkt empfohlen. In Deutschland sind mittlerweile vier Substanzen zugelassen (Sutent, Nexavar, Torisel, Avastin), die nachgewiesenermaßen das Überleben der Patienten verlängern. Gegenstand aktueller Studien ist der optimale Zeitpunkt eines  Therapiebeginns durch die Target- Therapie und die Identifizierung neuer Substanzen, die bei gleicher Effektivität weniger Nebenwirkungen verursachen.

Unser medizinisches Leistungsspektrum dazu

PDF-Datei: Nierenkrebs PDFButton