Akute Blasenentzündung (Zystitis)

Die häufigste urologische Krankheit bei jungen Frauen ist die unkomplizierte, nicht-fieberhafte Entzündung der Blase (unkomplizierte Zystitis), die durch die kurze Harnröhre der Frau begünstigt und oft im Zusammenhang mit Geschlechtsverkehr oder unzureichender Trinkmenge steht. Klinisch klagen diese Patienten über Brennen beim Wasserlassen, ständiges Dranggefühl, Schmerzen in der Blasenregion sowie teilweise Blutbeimengung im Urin. In diesem Zusammenhang sind bis zu drei Blasenentzündungen im Jahr bei jungen Frauen zu akzeptieren und bedürfen keiner weiteren urologischen Abklärung. Eine testgerechte kurzzeitige antibiotische Therapie mit ausreíchender Trinkmenge ist in diesen Fällen eine angemessene Therapie.

Bei häufigeren Blasenentzündungen bzw. Therapieresistenz der Zystitis ist eine weitere Diagnostik mit Kontrastmittelröntgen des harnableitenden Systems, Messung der Harnröhrenweite (bei der Frau), Blasenspiegelung und ggf. Gewebeentnahme aus der Blase zum Tumorausschluss zu empfehlen. Lassen sich keine operativ zu behebenden Ursachen feststellen, schafft häufig eine niedrig dosierte Antibiotika-Therapie über mehrere Monate oder eine aktive Immunisierung des Körpers mit abgeschwächten Colibakterien eine dauerhafte Rezidivfreiheit.

Während bei der Frau eine einmalige Blasenentzündung noch kein Grund für eine weitergehende Diagnostik ist, bedarf es beim männlichen Patienten sofort einer genauen Abklärung, da beim Mann in der Regel eine behandlungsbedürftige Ursache (wie z.B. Harnröhrenverengung, Prostatavergrößerung, Blasentumor oder neurologische Blasenentleerungsstörung) zu finden ist.

Interstitielle Zystitis (chronische interstitielle Cystitis)

Eine Sonderform der Blasenentzündung ist die sogenannte interstitielle Zystitis, die v.a. bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr auftritt und nicht bakteriellen oder viralen Ursprungs ist. Die Ursache dieser Erkrankung ist weiterhin ungeklärt, man vermutet jedoch Autoimmunprozesse, Gefäßverschlüsse, hormonelle oder psychogene Faktoren. Es kommt hierbei zur chronischen Besiedelung der Blasenwand mit Entzündungszellen wie Mastzellen und Lymphozyten und schließlich zu einer fibrotischen, d.h. narbigen Veränderung der Blasenwand. Diese Veränderung führt zur Verminderung der Blasenkapazität, so dass die Patienten über Schmerzen beim Wasserlassen, über ständiges Dranggefühl, über häufiges Wasserlassen und über Unterleibsschmerzen bei gefüllter Blase klagen. Feststellen lässt sich diese Erkrankung in einer Blasenspiegelung, bei der sich kleine punktförmige Blutungen unter der Blasenschleimheut zeigen sowie teilweise Schleimhautläsionen und v.a. in der Gewebeentnahme aus Blasenmuskulatur (nicht Blasenschleimhaut) die entsprechenden Entzündungszellen. Mögliche Therapien sind die Spülbehandlung der Blase mit Dimethylsulfoxid, die Einnahme von Natriumpentosanpolysulfat oder die Dehnung der narbig veränderten Blase in Narkose.

Weitere ausführliche Informationen zum Thema „Interstitielle Cystitis“ finden Sie beim Förderverein ICA-Deutschland e.V. im Internet unter: www.ica-ev.de

  

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