Was ist eine Pyelonephritis?

Pyelonephritis bezeichnet eine bakterielle Entzündung des Nierenbeckens und des Nierengewebes. Die Fachbezeichnung setzt sich aus dem griechischen Wort „Pyelon“ (= Nierenbecken) und „Nephritis“ (= Nierenentzündung) zusammen – im Volksmund wird die Pyelonephritis nur als Nierenbeckenentzündung bezeichnet. Eine solche Entzündung kann akut oder auch chronisch verlaufen.

Ursachen einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Eine akute Pyelonephritis entwickelt sich häufig aus einer aufsteigenden Harnwegsinfektion, bei welcher die Keime von der Blase aus über die Harnleiter direkt ins Nierenbecken wandern. Die dort entstehende akute Entzündung des Nierenbeckens und Nierenparenchyms geht zusätzlich mit schwerem Krankheitsgefühl, Fieber, Schüttelfrost, Flanken- bzw. Rückenschmerzen und gelegentlich auch mit Erbrechen einher.

Hält die Veränderung der ableitenden Harnwege dauerhaft an oder kehrt stetig wieder, spricht man von einer chronischen Pyelonephritis – Narbenbildung ist die Folge! Bleibt eine solche chronische Nierenbeckenentzündung nicht oder nur mangelhaft behandelt, kann die Niere bis zum völligen Versagen geschädigt werden.

Aufgrund der unterschiedlichen anatomischen Gegebenheiten sind Frauen generell häufiger von Nierenbeckenentzündungen betroffen. Allerdings steigt bei Männern das Risiko an einer Pyelonephritis zu erkranken mit zunehmendem Alter – der Grund hierfür ist dann aber meist eine vergrößerte Prostata, welche den Abfluss des Harns längerfristig stört.

Folgende Faktoren begünstigen generell die Wahrscheinlichkeit an einer Nierenbeckenentzündung zu leiden:

  • Schwangerschaft
  • hohes Alter
  • Verminderung der Hormonproduktion (Wechseljahre)
  • Nieren- und Blasensteine
  • Harnstau
  • Prostataentzündung

Wie stellt der Arzt eine Pyelonephritis fest?

Der Arzt wird sich zunächst den auftretenden Symptomen sowie der medizinischen Vorgeschichte des Patienten, wie beispielsweise früheren Harnwegsinfekten oder Blasenentzündungen, widmen und anschließend die Niere mittels Abklopfen und Drücken auf entsprechende Schmerzanfälligkeit testen. Da eine Pyelonephritis meist mit Flankenschmerzen einhergeht, bietet der „Klopf-Test“ schon eine ziemlich sichere Diagnosestellung.

Zur Bestätigung der vorangegangenen Erkenntnisse wird der Facharzt zusätzlich eine Blut- sowie eine Urin-Untersuchung/ einen Harnleiterabstrich anordnen. Die Anzahl der Bakterien im Urin sowie die Menge der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut gibt Auskunft, ob eine Entzündung vorliegt.

Wie wird eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis ) behandelt?

Egal ob eine akute oder chronische Form der Nierenbeckenentzündung vorliegt, muss mit bakterienabtötenden Medikamenten (= Antibiotikum) behandelt werden. Der Arzt lässt den speziellen Keim bei der Urinuntersuchung bestimmen und legt daraufhin das passende Antibiotikum fest, welches die Pyelonephritis heilt. Um diese Heilung nachhaltig zu gestalten und eine Wiederauftreten zu vermeiden, wird der Arzt regelmäßige Kontrollen und eine entsprechende Nachsorge durchführen.

Je nach Ausmaß der Nierenbeckenentzündung ist auch eine stationäre Behandlung mit Infusionstherapie und Bettruhe nötig. Da sich bei ca. 50% der Frauen und ca. 98% der Männer mit akuter Nierenbeckenentzündung eine Harnabflussbehinderung (v.a. Steine) nachweisen lässt, ist in diesen Fällen neben der Ultraschalluntersuchung der Nieren oft auch eine Röntgendarstellung des harnableitenden Systems durchzuführen.


Generell kann jeder Patient seine Heilung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, welche die Bakterien regelrecht aus den Nieren spült, begünstigen.

  

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