Sepsis – Ein sehr ernstzunehmendes Krankheitsbild!

Sepsis

Die Sepsis, im Volksmund fälschlicherweise auch als „Blutvergiftung“ bezeichnet, ist eine nicht selten lebensbedrohliche Erkrankung und hat im Jahr 2016 eine neue Definition erfahren.

Die Sepsis wird nun als „lebensbedrohliche Organdysfunktion aufgrund einer fehlregulierten Körperantwort auf eine Infektion“ definiert.

Auslöser dieses Krankheitsbildes sind vor allem Bakterien, Pilze, weniger Viren oder auch Parasiten. Der Infektionsfokus ist in der Mehrheit der Fälle eine Atemwegsinfektion, gefolgt von Infektionen im Bauchraum und des Urogenitaltraktes.

Weitere Infektionsherde können das Zentrale Nervensystem oder auch das Haut- und Weichteilgewebe sein.

Weltweit erkranken geschätzte 31,5 Mio. Menschen pro Jahr und bis zu 5,3 Mio. Menschen versterben an den Folgen.

Um Patienten schneller als Risikopatienten hinsichtlich eines möglichen septischen Krankheitsbildes identifizieren zu können, existieren seit 2016 zusätzliche Modelle, die dem behandelnden Arzt Hilfestellung geben sollen.

Der sogenannte Quick-Sofa-Score dient der schnellen Einschätzung im ambulanten Bereich, der Notaufnahme oder auf Normalstation, um Risikopatienten herauszufiltern. Zeigen sich hier Auffälligkeiten (Veränderung der Vigilanz also der Bewusstseinslage, hohe Atemfrequenz oder Blutdruckabfall) wird eine stationäre oder gar intensivmedizinische Überwachung notwendig. Exakte diagnostische und therapeutische Maßnahmen werden dann erforderlich.

Je nach Fokus kann der Patient weitere Symptome haben wie Husten und Atemnot bei einer Lungenentzündung, massive Bauchschmerzen bei abdominellem Fokus oder Flankenschmerzen im Bereich des Nierenlagers beispielsweise bei einer Nierenbeckenentzündung. Fieber, Schüttelfrost seltener Untertemperatur können zusätzliche Symptome sein.
Schreitet die Sepsis fort kommt es zu Organdysfunktionen mit Beeinträchtigung der Lungen-, Nieren-, Leber- und Herzfunktion.

Wichtig ist daher, die schnelle Erkennung des Krankheitsbildes und eine sofortige Therapie meist mit Breitbandantibiotika. Ferner sind supportive medizinische Maßnahmen und ein engmaschiges Monitoring erforderlich. Der Erfolg der therapeutischen Maßnahmen wird anhand des klinischen Verlaufs und der laborchemischen Verlaufsparameter beurteilt.

Die Immunreaktion des Körpers auf eine Infektion ist geprägt von der Interaktion verschiedenster Entzündungsmediatoren, welche weiterhin Gegenstand aktueller Forschung sind. Es ist davon auszugehen, dass in naher Zukunft neben der antibiotischen Therapie weitere Therapiemöglichkeiten der Sepsisbehandlung existieren werden.

Quellen:

Seymour CW, et al.: Assessment of Clini- cal Criteria for Sepsis: For the Third International Consensus Definitions for Sepsis and Septic Shock (Sepsis-3). Jama 2016; 315: 762–74.
doi: 10.1001/jama.2016.0288.

Fleischmann, C et al. 2015, Assessment of Global Incidence and Mortality of Hospital-treated Sepsis - Current Estimates and Limitations. Am. J. Respir. Crit. Care Med

Vincent, J.. et al 2009. International study of the prevalence and outcomes of infection in intensive care units. JAMA : the journal of the American Medical Association 302, 21, 2323–2329.van der Poll, Tom and Opal, S. M. 2008. Host–pathogen interactions in sepsis. The Lancet infectious diseases 8, 1, 32–43.

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