Wie kann behandelt werden, wenn der Prostatakrebs bereits im Körper gestreut hat (Metastasen)?

In diesen Fällen ist eine örtliche Behandlung der Prostata, wie Operation oder Bestrahlung primär nicht sinnvoll, da die Tumorabsiedelungen schon außerhalb des Behandlungsgebietes liegen. Es ist deshalb in diesen Fällen in der Regel eine so genannte "Hormontherapie" notwendig, damit der Krebs vorerst nicht weiterwächst und die Erkrankung zum Stillstand kommt. Dieser Wachstumsstillstand kann sehr lange andauern.

Was ist eine Hormontherapie?

Man weiss, dass der Prostatakrebs unter dem Einfluß des männlichen Sexualhormones Testosteron steht und dass, wenn dem Körper dieses Hormon entzogen wird, der Prostatakrebs vorerst nicht weiter wächst.
Die Hormontherapie kann entweder medikamentös oder aber auch durch einen kleinen operativen Eingriff am Hoden (plastische Orchiektomie) erfolgen.

Ziel der Hormontherapie ist der Entzug des Testosterons.

Häufige unerwünschte Nebenwirkungen dieser Therapie sind Hitzewallungen und Spannungsgefühl oder Schmerzen sowie eine Vergrößerung der Brustdrüsen. Hier kann ggf. eine vorsorgliche Bestrahlung der Brustdrüse notwendig sein. Außerdem kommt es sowohl bei der operativen wie auch medikamentösen Hormontherapie zu einem Verlust der Gliedsteifigkeit (Impotenz). Welche Form der Hormontherapie die geeignete ist und wie lange sie durchzuführen ist, wird Ihr Urologe individuell festlegen.

Wann muss oder sollte eine Chemotherapie durchgeführt werden?

Leider gibt es auch Prostatakrebserkrankungen, die nicht oder nicht mehr auf Hormone reagieren (Hormonresistenz). Diese hormonunempfindlichen Krebszellen können trotz einer Hormonbehandlung weiterwachsen. In diesen Fällen wäre eine Chemotherapie erforderlich. Weltweit werden derzeit in den großen Krebsforschungszentren neue Chemotherapeutika für die Zulassung getestet. Die besten Ansprechraten erzielt man derzeit mit den sog. „Taxanen“. Diese Medikamentengruppe zeichnet sich vor allem durch ihre gute Verträglichkeit und geringeren Nebenwirkungen aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Medikamente gut auch ambulant oder tagesklinisch verabreicht werden können.

Häufig werden auch zusätzlich Medikamente ( z.B. Zoledronsäure) verwendet, die das Risiko des Auftretens von Knochenmetastasen mindern bzw. metastasenbedingte Knochenschmerzen deutlich lindern können. Die Entscheidung, wann und welches Chemotherapeutikum gegeben werden soll, wird der Urologe in Absprache mit einem Onkologen treffen. Im Vordergrund einer solchen Chemotherapie steht v.a. eine Vermeidung von schwerwiegenden tumorspezifischen Komplikationen wie z.B. drohender Querschnittslähmung und die Schmerzverminderung.

Wir bieten die Durchführung dieser Chemotherapien als ambulante oder tagesklinische Leistung an.

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