Arten der Inkontinenz

Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

Darunter versteht man einen unwillkürlichen Urinverlust bei Anstrengung bzw. körperlicher Aktivität.
Durch Anspannung der Muskeln bzw. Veränderung der Lage des Körpers kommt es zu einer Druckerhöhung im Bauchraum und damit auch zu einer Erhöhung des Druckes in der Blase. Wenn nun der Schließmuskel eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit aufweist, kommt es zu einem passiven Urinabgang aus der Harnröhre.

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Dranginkontinenz (Urgeinkontinenz)

(engl. „Drang“)

Darunter versteht man einen unwillkürlichen Harnverlust in Kombination mit gleichzeitigem oder vorausgegangenem, nicht unterdrückbarem Drangempfinden.
Man unterscheidet dabei eine Form mit gleichzeitigen Kontraktionen des Blasenmuskels („Motorische Dranginkontinenz“) und eine Form ohne diese Kontraktionen („Sensorische Dranginkontinenz“)

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Mischformen

Wenn eine Kombination aus einer Stress- und einer Dranginkontinenz vorliegt, spricht man von einer Mischinkontinenz.

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Sonstige Arten der Inkontinenz

Inkontinenz bei chronischer Harnretention (Überlaufinkontinenz)

Bei einer chronisch übervollen Blase (z.B. bei einer ausgeprägten Prostatavergrößerung) kommt es bei einem Druckanstieg über den Harnröhrendruck zum ständigen Abgang geringer Urinmengen.

Extraurethrale Inkontinenz

Darunter versteht man einen ständigen Urinverlust außerhalb der Harnröhre durch Fisteln oder einen untypisch mündenden Harnleiter (z.B. in die Scheide).

Nächtliches Einnässen (Enuresis nocturna)

Darunter versteht man das nächtliche kindliche Einnässen. Diese wird als medizinische Störung betrachtet, wenn das Einnässen nach dem 5. Lebensjahr mindestens 1 x pro Monat an über eine Dauer von mindestens 3 Monaten aufgetreten ist.

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Neurogene Inkontinenz

Die neurogenen Formen der Inkontinenz und Blasenentleerungsstörungen haben ihre Ursache in Erkrankungen oder Störungen des Nervensystems.
Dabei kann sowohl das zentrale Nervensystem (also das Gehirn oder das Rückenmark) betroffen sein, als auch das periphere Nervensystem. Die Störungen äußern sich entweder in einer gestörten Funktion der Harnblase, des Schließmuskels oder beider Organe.

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