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Infektiöse Endokarditis

Endokarditis

Der Begriff „Endokarditis“ bezeichnet eine Entzündung der Herzinnenwand, des sogenannten Endokards. Zumeist sind Bakterien wie Streptokokken, Staphylokokken oder Enterokokken an der Entstehung einer Endokarditis beteiligt.

In den allermeisten Fällen ist das Endokard der Herzklappen von einer solchen Entzündung betroffen, da ihr Gewebe durch die Blutströmung im Herzen großer mechanischer Beanspruchung ausgesetzt ist. Mit steigendem Lebensalter kommt es vermehrt zu degenerativen Schäden an den Herzklappen, was sie anfälliger für eine Ansiedelung von Bakterien macht. Gefährdet sind dementsprechend auch Patienten mit operativ rekonstruierten Herzklappen sowie Klappenprothesen biologischer oder mechanischer Art. Auch Träger von intrakardialen Implantaten wie Herzschrittmacher, Defibrillatoren oder Vorhof-Occluder haben ein erhöhtes Risiko, an einer Endokarditis zu erkranken.

Woher kommen aber die Bakterien, die sich an den Herzklappen festsetzen? Für die Entstehung einer Endokarditis ist unter Umständen bereits eine kurzzeitige Anwesenheit von bestimmten Keimen im Blut ausreichend. So kann es zum Beispiel bei einem größeren zahnärztlichen Eingriff zur Verschleppung von natürlichen Mundkeimen (Streptokokken) ins Blut kommen, die an den Herzklappen eine Infektion hervorrufen. Ein solches Risiko besteht prinzipiell bei allen Eingriffen an Organen, die über eine natürliche Keimbesiedlung verfügen oder einen Infektionsherd darstellen.

Die Herzklappenentzündung zeigt sich bei den Betroffenen zunächst sehr unspezifisch, daher stellt die Diagnosestellung in vielen Fällen eine echte Herausforderung dar. Fast alle Patienten leiden an Fieber oder Schüttelfrost, sind im reduzierten Allgemeinzustand, haben Gelenks- oder Bauchschmerzen. Der Arzt kann zudem in den meisten Fällen ein krankhaftes Herzgeräusch feststellen. Die Erkrankung bleibt oftmals nicht auf das Herz beschränkt. Die an den Herzklappen entstandenen Keimherde können in die Blutbahn und weiter in verschiedene Organe verschleppt werden. Hier können sie Infarkte (Niereninfarkt, Schlaganfall) oder lokale Entzündungen (Glomerulonephritis) hervorrufen. Eine Therapie durch erfahrene Internisten ist unverzichtbar, um bleibenden Schäden vorzubeugen.

Patienten mit erhöhtem Risiko für eine Endokarditis müssen sich an besondere Verhaltensmaßnahmen halten, um die Erkrankung möglichst zu vermeiden. Hierzu gehören insbesondere strikte Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen, da ein schlechter Zahnstatus eine Besiedlung mit Bakterien fördert. Jegliche Entzündungen am und im Körper müssen konsequent antibiotisch behandelt werden. Vor größeren chirurgischen sowie vor zahnärztlichen Eingriffen mit Zahnfleischmanipulation muss bei Hochrisikopatienten zudem eine antibiotische Prophylaxe verabreicht werden.