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Lymphadenektomie beim lokalisierten Prostatakarzinom: Sentinel-Technik

Die Information über die Lymphknotenmetastasierung beim Prostata-Karzinom ist essentiell für eine optimale zielgerichtete und personalisierte Therapie. Der Goldstandard ist aktuell nach wie vor der histologische Nachweis.

In den letzten Jahren haben neue bildgebende Verfahren zunehmend an Bedeutung für den Metastasen Nachweis gewonnen, wie z.B. die PSMA-PET-CT. Diese ist den bisherigen Verfahren wie der MRT und CT überlegen (Sensitivität von 40% mit einer Spezifität von 95%). Jedoch sind diese Verfahren bei kleinen Metastasen (<4 mm) limitiert.

Die Lymphknoten-Entfernung im Bereich der Beckengefäße (Iliacal-Gefäße) wird im Rahmen der radikalen Prostatektomie durchgeführt. Wird das Gebiet der Lymphknotenentfernung eingeschränkt, werden weniger Lymphknotenmetastasen nachgewiesen. Jedoch steigt mit der Anzahl der entnommenen Lymphknoten die Komplikationsrate (z.B. Lymphozelen), sodass bei jedem Patienten die Morbidität gegenüber dem Understaging abgewogen werden muss.

Das Sentinel-Konzept geht von einem Prinzip der stufenweisen Ausbreitung maligner Zellen aus. Es gibt des sogenannten Schildwächter Lymphknoten (=Sentinel-Lymphknoten). Dies ist der erste drainierte Lymphknoten. Zeigen sich im hier keine Tumorzellen, so ist nicht von weiteren Metastasen auszugehen. Das Prinzip wird bereits erfolgreich beim Brustkrebs und Malignen Melanom angewandt.

Bei einer Sentinel-Lymphknotenmarkierung gibt es verschiedene Möglichkeiten: Eine radioaktive Markierung (meist mit 99m Technetium- Nanokolloid) oder eine magnetische Markierung.

Durch die gezielte Detektion des Sentinel-Lymphknotens soll die Morbidität reduzieren und dennoch mögliche Lymphknoten Metastasen identifizieren und insbesondere Metastasen zeigen, die außerhalb des etablierten Resektionsgebietes liegen.

Insgesamt fehlen langzeitige Studien, die den Vorteil gegenüber der etablierten Methoden zeigen konnten. Die europäischen Leitlinien (EAU-Guidelines) sehen die Methode als nicht genügend Evidenzbasierte Methode und als ein experimentelles Vorgehen. Ebenso steht in der deutschen S3-Leitlinie, dass eine ausgedehnte Lymphknoten Entfernung ein exaktes Staging ermöglicht und eine Sentinel-Lymphknoten Entfernung in Studien keinen Vorteil aufzeigen konnte.