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STAR-CAP
Neuer Score für das Prostatakarzinom - Model zur krebsspezifischen Mortalität

Das Prostatakarzinom ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Männern.

Aktuelle Zahlen und Hochrechnungen des Krebsregisters verzeichnen einen Anstieg in der Zahl der Neuerkrankungen, was sowohl an der immer besseren Diagnostik, als auch an der immer älter werdenden Bevölkerung liegt. Ob mit dem steigenden Vorkommen auch die Sterblichkeit an eben jener bösartigen Erkrankung steigt bleibt abzuwarten.

Bislang existierte keine international einheitliche Methode zur Risikoabschätzung, an einem lokal begrenzten Prostatakarzinom zu versterben.

Ein internationales Forscherteam um Prof. Dr. R. Dress von der University of Michigan School of Medicine haben deswegen ein neues Prognosewerkzeug veröffentlicht, um die individuelle Prognose und Sterblichkeit genauer zu ermitteln.

Angelehnt an den bisher etablierten Kriterien des American Joint Commitee on Cancer (AJCC) haben sie unter Zuhilfenahme komplexer mathematischer Berechnungsmöglichkeiten ein Prognosemodell, basierend auf den klinischen Parametern wie dem Alter, dem TNM Stadium, dem vortherapeutischen PSA-Wert und dem Befall der diagnostisch entnommenen Probebiopsien aus der Prostata erdacht, das die Patienten nach einem Punktescore auf insgesamt 9 Risikogruppen verteilt.

Entwickelt wurde dieses System aus Daten von nahezu 20.000 Patienten aus 55 Zentren in den USA, Kanada und Europa und an einer Kohorte von über 12.000 Patienten der großen SEER-Datenbank validiert.

Hierbei konnte die Überlegenheit in Bezug auf bereits vorhanden Einteilungen und Abschätzungen belegt werden.

Das ganze Modell wurde digital umgesetzt und ist in Form einer Art Tabellenkalkulator im Internet frei verfügbar. Hierbei kann das individuelle Mortalitätsrisiko nach Eingabe der entsprechenden Parameter sowohl in reinen Zahlen, als auch graphisch dargestellt werden.

Trotz der bisher auch international anerkannten guten Ergebnisse dieses Modells könnte man die Genauigkeit noch verfeinern. So werden zum Beispiel die Parameter wie die durchgeführte Therapie und die Ethnie nicht berücksichtigt.

Männer afroamerikanischer Abstammung haben laut Studienlage eine überproportional hohe prostatakarzinomspezifische Mortalität. Auch gelten international immer noch unterschiedliche Therapiestandards.

Beide Faktoren könnten demnach noch Einfluss auf das berechnete Ergebnis zeigen.