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PSMA-Theranostik

Die PSMA (Prostataspezifisches Membranantigen) basierte Technologie wird derzeit immer häufiger zur Planung der bestmöglichen Behandlung eingesetzt.

Nach der Entdeckung des PSMAs, wurden die Antikörper spezifiziert, die der histopathologischen Untersuchung des Prostatakrebses dienen. Die weitere Entwicklung der niedermolekularen Inhibitoren ( PSMA-617 oder PSMA-1007) und die Anbindung an Radionuklide (68Ga oder 18F) vergrößerte die Zahl der Anwendungsmöglichkeiten. Aufgrund der erhöhten Präsentation des prostataspezifischen Membranantigens vor allem an den Prostatakrebszellen im Vergleich zu anderen Zellen, wurde die Technologie zuerst zum Nachweis des Prostatakarzinom-Rezidivs und/oder Metastasen nach radikaler Therapie angewendet. In durchgeführten Studien wurde eine erhöhte Sensitivität/ Spezifität der PSMA PET-CT (Positronen-Emissions-Tomographie) beobachtet, im Vergleich zu den bisherigen Staginguntersuchungen wie CT, MRT oder Choline-PET-CT. Wegen der PSMA-PET-Studien wurde ein niedrigerer PSA Cut-off Wert vorgeschlagen, bei dem man eine folgende Behandlung initiiert. Dies könnte zur besseren Therapieplanung führen. Das gleiche Prinzip gilt seit kurzem auch bei dem primären Staging (Lymphknoten und Metastasensuche) bei Hochrisiko-Prostatakrebspatienten, die noch nicht behandelt wurden. Die neuesten Studienergebnissen zeigen, dass Metastasen des Prostatakrebses, sicherer und genauerer, im Vergleich zu klassischen Untersuchungsmethoden, gefunden werden könnten.

Nach Verbindung bestimmter Isotope, die Alpha und Beta Strahlung aufweisen, mit dem PSMA-Ligand, wurde eine Radioligandentherapie (RLT) als Behandlungsmethode eingeführt. Diese Therapie wird jedoch nur in seltenen Fällen, im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz nach Abwägung aller Vor- und Nachteile, indiziert. In Beobachtungsstudien mit 177-Lutetium-PSMA wurde ein hoher PSA Abfall und radiologische Remissionsrate nachgewiesen. Es konnte jedoch keine Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS, Overall Survival) im Vergleich zur alternative Chemo- und Hormontherapie nachgewiesen werden. Bessere Daten werden in den Ergebnissen des VISION-Trials (geplant in 2021) erwartet. Außerdem bleibt abzuwarten, was kleinzellige PSMA bispezifische Antikörper (BiTE) in Bezug auf die Gesamtüberlebensrate bringen.

  1. Jones W et al. PSMA Theranostics: Review of the Current Status of PSMA-Targeted Imaging and Radioligand Therapy. Cancers (Basel). 2020;12(6):1367.
  2. Perera M, et al. Gallium-68 Prostate-specific Membrane Antigen Positron Emission Tomography in Advanced Prostate Cancer-Updated Diagnostic Utility, Sensitivity, Specificity, and Distribution of Prostate-specific Membrane Antigen-avid Lesions: A Systematic Review and Meta-analysis. Eur Urol. 2020 Apr;77(4):403-417.
  3. Hofman MS et al. proPSMA Study Group Collaborators. Prostate-specific membrane antigen PET-CT in patients with high-risk prostate cancer before curative-intent surgery or radiotherapy (proPSMA): a prospective, randomised, multicentre study. Lancet. 2020 Apr 11;395(10231):1208-1216
  4. Hofman MS, et al..[177Lu]-PSMA-617 radionuclide treatment in patients with metastatic castration-resistant prostate cancer (LuPSMA trial): a single-centre, single-arm, phase 2 study. Lancet Oncol. 2018 Jun;19(6):825-833.
  5. von Eyben et al. Third-line treatment and 177Lu-PSMA radioligand therapy of metastatic castration-resistant prostate cancer: a systematic review. Eur J Nucl Med Mol Imaging. 2018 Mar;45(3):496-508