Harndrangbeschwerden bei Frauen können durch vaginalen Prolaps verursacht und durch adäquate Prolapskorrektur chirurgisch geheilt werden

In der groß angelegten multizentrischen Propel-Studie (ClinicalTrials.gov:NCT 00638235) hat Herr Dr. med. Bernhard Liedl von der Urologischen Klinik München-Planegg zusammen mit europäischen und amerikanischen Beckenbodenchirurgen die funktionellen Effekte einer netzgestützten vaginalen Prolapskorrektur untersucht. Mittels des validierten patientenbezogenen „Pelvic floor disorder inventory“ (PFDI)- Fragebogens wurden u. a. nach Symptomen häufigen Wasserlassens, Harndrang, Harndranginkontinenz und nächtlichem Wasserlassen, also den Symptomen überaktiver Blase, präoperativ, 6 Monate, 12 und 24 Monaten postoperativ gefragt. Es wurde auch beantwortet, ob es sich um geringe, mäßige oder starke Beschwerden handelte.

Die Ergebnisse dieser Auswertung wurden kürzlich publiziert:

B. Liedl, K. Goeschen, S. Sutherland, JP Roovers, Y. Yassouridis.
Can surgical recontruction of vaginal and ligamentous laxity cure overactive bladder symptoms in women with pelvic organ prolapse.
BJU International 2018/ doi:10.1111/bju.14453

70 % dieser Frauen berichteten präoperativ über mäßige bis starke Symptome überaktiver Blase, wobei 49,5 % über starke Symptome bezüglich ein oder mehrerer der untersuchten Beschwerden beklagten. Interessanterweise traten die genannten Beschwerden sowohl bei Rektozelen als auch bei Zystozelen mit oder ohne apikalen Defekt auf. Bei 2. gradigem vaginalem Prolaps waren sie sogar signifikant häufiger als bei 3. – 4. gradigem Prolaps.

Sehr eindrücklich konnte hierbei nachgewiesen werden, dass die genannten Beschwerden mindestens über 2 Jahre langanhaltend in 84 – 96 % geheilt bzw. wesentlich gebessert werden konnten, dies durch einen wenig belastenden vaginalen Eingriff. Der Therapieeffekt war auch bei den starken Beschwerden sehr eindrücklich. Hohe Heilungsraten konnten in allen Subgruppen gesehen werden. Es scheint, dass nur durch band- bzw. netzgestützte Prolapskorrektur eine langanhaltende Heilung dieser Symptome in hohen Prozentsätzen möglich ist.

Damit können diesen Patientinnen die Nebenwirkungen einer medikamentösen Behandlung mit Antimuskarinika (Mundtrockenheit, Verstärkung einer Demenz,...) oder wiederholt durchzuführenden Botox-Behandlungen erspart werden.

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