Was ist eine radikale Prostatakrebsoperation (radikale Prostatovesikulektomie)?

Bei dieser Operation werden die Prostata, die Samenbläschen, ein Teil der Blasenschleimhaut und die Beckenlymphknoten entfernt. Diese Operation kann entweder über einen Bauchschnitt, von vorne (abdominal, retropubisch) oder über einen kleinen Dammschnitt (perineal) erfolgen. In besonderen Fällen kann die Operation auch minimalinvasiv in „Schlüssellochtechnik“ (laparoskopisch) durchgeführt werden.

Alle genannten Operationstechniken können allerdings nur durchgeführt werden, wenn der Patient in gutem Allgemeinzustand ist. Die Altersobergrenze liegt bei 75 Jahren.

In den meisten Fällen können die Nerven und Gefäße, die für die Erektion notwendig sind, erhalten werden.
Alle operierten Patienten haben nach der Operation für 10 bis 14 Tage einen Blasenkatheter liegen, damit die Harnröhre in Ruhe abheilen kann. Der gesamte stationäre Aufenthalt beträgt im Schnitt 14 Tage. Üblicherweise erfolgt die Prostataoperation in Vollnarkose.

An unserer Klinik führen wir die radikale Prostataektomie ca. 350 mal pro Jahr durch. Wir bieten alle o.g. Operationstechniken an. Wenn es aus onkologischer Sicht vertretbar ist, versuchen wir immer, die Erektionsnerven zu schonen. Ob und welches Operationsverfahren im Einzelfall am geeignetsten ist, besprechen wir mit Ihnen in einem ausführlichen persönlichen Gespräch.

Welche Risiken bringt die radikale Prostatoperation mit sich?

Wie jede andere Operation auch hat die radikale Prostataentfernung potentielle Nebenwirkungen und Risiken. Durch eine sorgfältige Operationsvorbereitung und Durchführung lassen sich diese allerdings stark minimieren. Sie werden in jedem Fall von Ihrem Operateur rechtzeitig und genau über den Eingriff aufgeklärt.

Mögliche Komplikationen sind:

  • Stärkere Blutung während oder nach der Operation mit einer evtl. Gabe von Blutkonserven.
  • Wundinfektion, Fieber.
  • Verletzung benachbarter Organe oder Organsysteme
  • Narbenbildung im Bereich der Harnröhren-Blasennahtstelle mit nachfolgender Abschwächung des Harnstrahls.
  • Unmittelbar nach der Operation besteht noch für einige Tage/Wochen ein starker Harndrang mit zum Teil unwillkürlichem Urinverlust, welcher sich jedoch in der Regel medikamentös gut behandeln lässt.
  • Eine komplette Harninkontinenz (permanenter, unwillkürlicher Urinabgang auch im Liegen) tritt dagegen viel seltener auf und kann gegebenfalls in einem kleinen Zweiteingriff operativ beseitigt werden: In leichten Fällen genügt eine Unterspritzung des Harnröhrenschließmuskels mit Kollagen. In schweren Fällen muss ein künstlicher Harnröhrenschließmuskel eingesetzt werden. Dies ist allerdings bei nur circa 1% der operierten Patienten erforderlich.
  • Eine Zeugungsunfähigkeit tritt in jedem Fall ein, da neben der Prostata auch die Samenblasen entfernt und die Samenleiter beidseits durchtrennt werden müssen.
  • Trotz Schonung der Gefäßnervenbahnen für die Erektion kann es vorübergehend oder dauerhaft zu einer eingeschränkten Erektionsfähigkeit oder zu einem kompletten Erektionsverlust führen. Diese kann jedoch gut medikamentös behandelt werden.
  • Durch die Entfernung der Lymphknoten kann es zu einer Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Unterbauch kommen. Dies macht nur selten Beschwerden. Falls es in seltenen Fällen zu einer einseitigen Beinschwellung kommt, muss umgehend ein Blutgerinnsel in den Beinvenen (Thrombose) ausgeschlossen werden. Sollte sich eine Thrombose bestätigen, muss diese unverzüglich behandelt werden.
  • Manchmal, vor allem bei lokal fortgeschrittenen und aggressiveren Prostatatumoren, kann nach der Operation eine zusätzliche Nachbestrahlung oder eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein, um das Wiederauftreten des Prostatakrebses zu verhindern.

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