Geschlechtsangleichende Operationen Frau zu Mann

Bei der Geschlechtsidentitätsstörung (Genderdysphorie, früher Transsexualismus) handelt es sich um eine psychologische bzw. medizinische Diagnose für Menschen, die sich nicht mit ihrem Zuweisungsgeschlecht (welches Kindern bei Geburt zugewiesen wird) identifizieren können. Neben psychotherapeutischen Therapieansätzen besteht die Therapie aus hormonellen sowie als letzte Instanz aus operativen Maßnahmen.

Die operativen Maßnahmen bei bestehendem Transsexualismus Frau zu Mann beinhalten mehrere Einzelschritte, sofern der Wunsch zur vollständigen Geschlechtsangleichung besteht. Nach einer gutachterlichen Stellungnahme hinsichtlich der gestellten Diagnose Genderdysphorie sowie der Indikation für operative Maßnahmen aufgrund hohen Leidensdruckes werden in der Regel zunächst die weiblichen Brüste entfernt sowie die inneren Geschlechtsorgane (Gebärmutter und Eierstöcke.

Der nächste Schritt beinhaltet die Verlängerung der Harnröhre mit Hilfe der kleinen Schamlippen zur Bildung eines Klitorispenoids sowie den Verschluss des Scheidenfaches (Kolpektomie). Wenn nicht bereits zuvor schon geschehen, kann die laparoskopische (Knopflochchirurgie) Entfernung der Gebärmutter und Eierstöcke auch erst bei diesem Schritt erfolgen.

Nach diesem Schritt erfolgt die wohl aufwändigste operative Maßnahme mit der Bildung eines Penoids (Phalloplastik), bei der in der Regel aus einem freien Unterarmlappen (Radialislappen der nicht- dominanten Hand) ein Penoid gebildet wird.
Bei dieser Operation wird das Penoid an anatomisch korrekter Stelle implantiert und die Gefäße und Nerven durch einen Mikrochirurgen verbunden. Zudem erfolgt der Anschluss der Penoidharnröhre an die Klitorispenoidharnröhre.
Die Klitoris wird entweder hinter der Harnröhre oder seitlich am Penoidansatz implantiert. Der entstandene Wunddefekt am Unterarm wird mit einem Vollhauttransplantat vom Unterbauch oder vom Oberschenkel gedeckt. Alternativ kann der sogenannte große Aufbau auch mit einem ALT- Lappen (Anterolateral- tight flap) vom Oberschenkel durchgeführt werden. Der stationäre Aufenthalt beträgt ca. 3 Wochen.

Nun folgt mit einem Abstand von mindestens 3 Monaten eine weitere Korrekturoperation, bei der die Harnröhre verschlossen wird, eine Eichel- sowie eine Skrotumplastik (Hodensack) konstruiert wird und mögliche Narben korrigiert werden.

Eine Erektionsfähigkeit dieses Penoids besteht jedoch nicht, sodass eine Penisprothesenimplantation erforderlich ist (frühestens 1 Jahr nach Phalloplastik). Zudem erfolgt hier auch eine Hodenprothesenimplantation.

Die o.g. einzelnen Operationsschritte können jedoch auf die individuellen Wünsche des Patienten angepasst werden. So besteht mitunter nur der Wunsch auf die Bildung eines Klitorispenoids, den sogenannten kleinen Aufbau, sodass zumindest das Urinieren im Stehen möglich ist.

Allen operativen Maßnahmen obliegt die Notwendigkeit einer ambulanten Verlaufskontrolle sowie ggf. einer erneuten operativen Korrektur bei subjektiven Beschwerden.

Das gesamte operative Spektrum kann im Zentrum für Rekonstruktive Urogenitalchirurgie unserer Klinik erfolgen. Dabei verfügt das Team um Chefarzt Dr. med. B. Liedl über eine langjährige operative Expertise.

Quellen:

Seite „Geschlechtsidentitätsstörung“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. Januar 2018, 13:52 UTC. URL:
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Geschlechtsidentit%C3%A4tsst%C3%B6rung&oldid=172815533
(Abgerufen: 15. Februar 2018, 16:20 UTC)

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