Medizinisches Spektrum Urologische Klinik München-Planegg

Was ist Prostatakrebs?

Darunter versteht man eine unkontrollierte Teilung von Prostatazellen. Es entsteht so ein bösartiger Prostatatumor. Dieser kann in Blut- oder Lymphbahnen einbrechen und somit auf dem Blut- oder Lymphweg Tochtergeschwülste (Metastasen), vorwiegend in den Lymphknoten und in den Knochen, bilden.

Wozu brauchen wir die Prostata?

Die Prostatadrüse („Vorsteherdrüse") spielt eine wichtige Rolle für die Fruchtbarkeit des Mannes. Die dort gebildete Flüssigkeit stellt einen wesentlichen Bestandteil der Samenflüssigkeit (Sperma) dar. Zudem sorgt sie in einem Zusammenspiel mit dem inneren Blasenschließmuskel dafür, dass der Spermaausstoß (Ejakulation) über die Harnröhre nach außen und nicht in die Harnblase erfolgt.

Nach Abschluss der Familienplanung kommt der Prostata also keine wesentliche Bedeutung mehr zu. Für die Gliedsteife (Erektion) ist die Vorsteherdrüse nicht erforderlich.

Wie häufig kommt Prostatakrebs vor?

Prostatakrebs ist in Deutschland weiterhin die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Derzeit treten etwa 65.000 Neuerkrankungen pro Jahr auf und zukünftig ist mit einem weiteren Anstieg der Erkrankungen zu rechnen. Mittlerweile stellt das Prostatakarzinom mit ca. 13.000 Todesfällen pro Jahr die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern dar.

Betroffen sind überwiegend Männer über 50 Jahre, der Altersdurchschnitt bei Diagnosestellung liegt bei 72 Jahren. Allerdings findet sich auch bei Männern unter 50 Jahren gelegentlich ein bösartiger Prostatakrebs, vor allem, wenn auch schon der Vater oder Großvater des Betroffenen an diesem erkrankte oder sogar verstorben ist. Gerade bei diesen jüngeren Männern kann die Erkrankung sehr dramatisch verlaufen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Umso wichtiger ist eine regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchung bereits ab dem 45. Lebensjahr zur Früherkennung. Ein früh erkanntes Prostatakarzinom ist in der Regel heilbar.

Was sind die Ursachen?

Die Ursachen für die Entstehung eines Prostatakrebses sind bei weitem noch nicht geklärt. Man weiß, dass Prostatakrebs prinzipiell vererbbar sein kann (genetische Prädisposition). Brüder und Söhne betroffener Patienten erkranken häufiger und durchschnittlich 10 Jahre früher an einem Prostatakrebs. Man nimmt an, dass bei etwa jedem zehnten Prostatakrebspatienten eine erbliche Veranlagung vorliegt.

Weiterhin spielen Hormone (v.a. das männliche Sexualhormon Testosteron), sowie bestimmte Umwelteinflüsse, Lebens- und Ernährungsgewohnheiten eine nicht unwesentliche Rolle. Vor allem eine fleischreiche, vitaminarme Kost sowie Bewegungsmangel können die Krebsentstehung begünstigen, wohingegen eine fleischarme, fettarme und vitaminreiche Ernährung einer Krebsentstehung eher entgegenwirken können.

Gibt es Warnsignale des Körpers?

Im Frühstadium gibt es beim Prostatakarzinom, wie bei vielen anderen Krebserkrankungen auch, keine oder nur unspezifische Beschwerden. Gelegentlich können Beschwerden beim Wasserlassen erste Anzeichen sein, diese können aber auch durch viele andere Gründe hervorgerufen werden.

In fortgeschrittenen Fällen oder beim Vorhandensein von Metastasen können sichtbares Blut im Urin oder Knochenschmerzen auftreten.