Medizinisches Spektrum Urologische Klinik München-Planegg

Blasensteine

Echte Harnblasensteine entwickeln sich direkt in der Harnblase und entstehen nicht, wie fälschlicherweise oft vermutet, aus abgewanderten Nierensteinen. Die Patienten sind häufig asymptomatisch, können aber auch Symptome durch begleitende Harnwegsinfekte oder (bei scharfkantigen Steinen) Unterbauch-, bzw. Blasenschmerzen bekommen. Die Steine können eine beachtliche Größe annehmen – die Größe eines Gänse-Eis ist dabei keine Seltenheit – und entstehen in der Regel über einen längeren Zeitraum. Häufig treten diese auch gemeinsam mit Blasendivertikeln auf.

Die Ursache ist am häufigsten eine unvollständige Blasenentleerung mit Restharnbildung. Die im Urin gelösten Substanzen kristallisieren dabei aus und entwickeln sich so allmählich zu immer größer werdenden Blasensteinen. Wiederkehrende oder chronische Harninfekte stellen einen zusätzlichen Risikofaktor für die Entstehung von Blasensteinen dar, ebenso wie die dauerhafte Versorgung mit Blasenkathetern oder das Vorhandensein einer künstlichen Blase aus körpereigenem Darm.

Die Ursache für eine unvollständige Blasenentleerung sind meistens eine gutartige Prostatavergrößerung, aber auch narbige Verengungen („Strikturen“) der Harnröhre sowie neurologisch bedingte Störungen der Blasenentleerung.

Die Therapie von Blasensteinen umfasst, ähnlich wie bei Blasendivertikeln, zum einen die Beseitigung der Ursache und zum anderen die operative Entfernung der Steine. Je nach Größe können diese entweder endoskopisch über die Harnröhre zertrümmert und die Fragmente abgesaugt werden. Sehr große Steine müssen hingegen über einen Bauchschnitt entfernt, und die Blase anschließend wieder vernäht werden (sogenannte „Sectio alta“).