Medizinisches Spektrum Urologische Klinik München-Planegg

Herpes genitalis

Erklärung des Herpes genitalis

Dabei handelt es sich um eine Infektion des äußeren Genitales mit dem Herpes simplex Virus (HSV). Für den genitalen Herpes ist meistens der Typ 2 des HSV verantwortlich, die Herpes-Erkrankung der Mund- und Lippenregion (Herpes labialis) wird in der Regel vom HSV Typ 1 verursacht.

Übertragung und Symptome des Herpes genitalis

Typisch für die HSV-Infektion ist die Bildung von Bläschen in der betroffenen Körperregion, die im Verlauf aufplatzen, ein Geschwür bilden und innerhalb von etwa 1 – 4 Wochen abheilen. Eine Besonderheit der HSV-Infektion ist die Tatsache, dass das Virus lebenslang im Körper des Wirts persistiert. Nach der Infektion wird es von den Ausläufern sensibler Nervenzellen aufgenommen und wandert in diesen zum Zellkern der Nervenzelle. Die Virus-DNA verbleibt dauerhaft im Zellkern der Nervenzelle. Bei einer Reaktivierung der Erkrankung wird das Virus in der Nervenzelle vervielfältigt und am Ende der Nervenfaser in die Umgebung abgegeben. Dort werden Hautzellen befallen und der o.g. Verlauf der Erkrankung wiederholt sich. Ein bekannter Auslöser für die Reaktivierung ist emotionaler Stress.

Die Übertragung erfolgt durch engen Schleimhautkontakt, wenn beim Überträger das Virus gerade reaktiviert wurde und sich in den Hautzellen vermehrt hat. Eine typische Hautläsion beim Überträger muss aber nicht immer sichtbar sein.

Aufgrund der lebenslangen Persistenz des Virus ist die Verbreitung in der Bevölkerung relativ hoch und nimmt mit ansteigendem Alter zu. Bei etwa 7 % der Frauen im Alter von 15 – 19 Jahren konnte ein Kontakt mit HSV-2 nachgewiesen werden, im Alter von 40 – 44 Jahren lag die Rate bei 28 %.

Diagnostik

Die Diagnose wird in der Regel anhand der typischen Hautveränderungen gestellt. Bei Zweifeln kann ein Virusnachweis über spezielle Zellkulturen oder über direkten DNA-Nachweis erfolgen.

Therapie

Beim Herpes genitalis wird eine systemische Behandlung mit dem Virostatikum Aciclovir in Tablettenform über 5 Tage empfohlen. Eine ausschließliche lokale Therapie mit Cremes wie beim Lippenherpes wird aufgrund der geringen Effektivität nicht empfohlen.