Medizinisches Spektrum Urologische Klinik München-Planegg

Feigwarzen (Condylomata acuminata)

Erklärung der Feigwarzen

Bei Feigwarzen handelt es sich um eine hochansteckende Viruserkrankung, die durch sogenannte humane Papillomviren (HPV) verursacht wird. Übertragen werden diese Viren fast ausschließlich durch ungeschützten sexuellen Kontakt. Aufgrund des hohen Infektionspotentials sind jedoch andere Übertragungsformen, z.B. die gemeinsame Benutzung eines Handtuchs, denkbar. Bestimmte Typen der HP-Viren stellen einen bedeutenden Risikofaktor für die Entwicklung von Peniskarzinomen oder Gebärmutterhalskrebs dar.

Feigwarzen sind die häufigste sexuell übertragbare Krankheit, wobei keine exakten Statistiken verfügbar sind.

Diagnostik der Feigwarzen

Anfangs ist nur eine kleine, raue Erhebung der betroffenen Hautpartie spürbar. Im Verlauf können daraus aber große hahnenkamm- oder blumenkohlartige (oftmals nässende) Wucherungen entstehen. Man findet sie vor allem an Penis und Hodensack, an Scheide und Schamlippen, um den After sowie selten auf der Mundschleimhaut. Gelegentlich treten die Kondylome auch in der vorderen Harnröhre auf. Bei Frauen verläuft die Erkrankung oft über lange Zeit unerkannt.

Therapie der Feigwarzen

Abgetragen werden die Warzen mit verschiedenen Laserverfahren bzw. mit Strom. Alternativ ist eine lokale medikamentöse Behandlung möglich. In jedem Fall muss auch hier der Geschlechtspartner untersucht und ggf. mitbehandelt werden. Während diese Zeit ist auf geschützten Geschlechtsverkehr zu achten, um einen „Ping-Pong-Effekt“ zu vermeiden.

Die Entfernung der Kondylome mit Laser oder Hochfrequenzstrom wird in der Regel in lokaler Betäubung durchgeführt. Bei ausgedehnten Befunden ist allerdings u. U. eine Teil- oder Vollnarkose notwendig.
Zum Ausschluss von Harnröhrenkondylomen ist u. U. eine Blasenspiegelung erforderlich, eine Entfernung der Befunde ist in gleicher Sitzung möglich. Hierzu ist allerdings eine kurze Narkose notwendig.

Impfung gegen Feigwarzen

Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt seit 2007 die Impfung gegen die Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18.
Die Impfung sollte bei Mädchen zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr durchgeführt werden. Spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sollten versäumte Impfungen nachgeholt werden.
Damit kann ein fast 98 %iger Schutz gegen die oben genannten Virustypen erreicht werden (sofern nicht schon vorher eine HPV-Infektion bestand) und somit auch ein fast sicherer Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs.

Empfohlene Impfstoffe:

Im Alter von 9 bis 13 (Gardasil®) bzw. 9 bis 14 Jahren (Cervarix®).
Die Impfkosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Impfung für Jungen?

Aktuell liegt von der STIKO noch keine Empfehlung zur HPV-Impfung für Jungen vor. Der Impfstoff Gardasil® ist aber auch für Jungen ab einem Alter von 9 Jahren zugelassen; der behandelnde Arzt/Ärztin kann die Impfung durchführen. Vorab sollte die Kostenübernahme mit der Krankenkasse geklärt werden.