Medizinisches Spektrum Urologische Klinik München-Planegg

Gonorrhoe (Tripper)

Erklärung der Gonorrhoe

Die Gonorrhoe ist eine Geschlechtskrankheit, die durch das Bakterium „Neisseria gonorrhoeae“ (Gonokokken) ausgelöst wird. Die Bezeichnung leitet sich von den Symptomen ab und bedeutet wörtlich übersetzt „Samenfluss“.
Die Zahl der Neuerkrankungen liegt in Deutschland bei etwa 10 / 100.000 Einwohnern pro Jahr.

Übertragung und Symptome der Gonorrhoe

Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch beim Geschlechtsverkehr als sogenannte Schmierinfektion. Das Leitsymptom ist die Entzündung der Harnröhre (Urethritis), die sich durch Brennen und eitrigen Ausfluss bemerkbar macht. Daneben können je nach Kontakt auch andere Organe infiziert werden, darunter der Enddarm oder der Rachenbereich, aber auch die Augen (Bindehaut) bei Kontakt eines Neugeborenen im Geburtskanal.
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Kontakt und Symptomen, beträgt etwa 3 – 10 Tage.
Als Komplikationen sind aufsteigende Infekte zu nennen. Dabei können bei Männern die Prostata und die Nebenhoden und bei Frauen die Gebärmutter oder die Eierstöcke befallen werden. Ohne Behandlung kann dies eine dauerhafte Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Des Weiteren sind narbige Engen der Harnröhre (Strikturen) eine mögliche Folge.

Diagnostik der Gonorrhoe

Die Diagnose wird durch die Entnahme von Abstrichen gestellt, die auf speziellen Nährmedien kultiviert werden. Ein direkter Nachweis aus dem Abstrichmaterial unter dem Mikroskop ist nach vorheriger Färbung ebenfalls möglich, zudem kann die Diagnose durch einen entsprechenden DNA-Nachweis (mittels der sogenannten PCR-Methode) gestellt werden. Die Erkrankung ist in Deutschland seit 2001 nicht mehr meldepflichtig.

Therapie

Bei unkomplizierten Fällen wird derzeit (Stand 2018) eine Kombinationstherapie der Antibiotika Ceftriaxon (1 g i.m. oder i.v.) plus Azithromycin (1,5 g p.o.) als Einmalgabe empfohlen. Bei schweren Fällen kann eine längere Therapie erforderlich sein.
Da der Erreger der Gonorrhoe häufig Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt, können sich diese Empfehlungen in der Zukunft schnell wieder ändern. Das lange Zeit verwendete Ciprofloxacin weist inzwischen eine Resistenzrate von > 50 % auf!