Medizinisches Spektrum Urologische Klinik München-Planegg

Infektionen des oberen Harntrakts

Akute Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Durch Aufsteigen von Bakterien über Harnblase und Harnleiter in die Nieren kann es auch bei sonst gesunden jungen Menschen zur einer akuten eitrigen Entzündung des Nierenbeckens und Nierengewebes kommen. Man spricht dann von einer sogenannte „Nierenbeckenentzündung“ bzw. „Pyelonephritis“.

Meist geht diese Erkrankung mit schwerem Krankheitsgefühl, Fieber, Schüttelfrost, Flanken- bzw. Rückenschmerzen und gelegentlich Erbrechen einher. Dieses Krankheitsbild darf auf keinen Fall verharmlost werden. Je nach Ausprägung und Höhe der Entzündungsparameter kann eine stationäre Behandlung mit Infusionstherapie und intravenöser Antibiotikagabe notwendig sein. Da sich oftmals eine Harnabflussbehinderung (z. B. Harnsteine) oder ein Rückfluss von Urin von der Blase in den oberen Harntrakt (sogenannte „vesikoureteraler Reflux“) nachweisen lässt, ist in diesen Fällen neben der Ultraschalluntersuchung der Nieren oftmals auch eine Röntgendarstellung oder eine Computertomographie der Harnwege durchzuführen. Risiken bei akuter Nierenbeckenentzündung sind die Ausbildung eines Nierenabszesses sowie die Ausbildung einer chronischen Nierenbeckenentzündung mit der Gefahr der Entstehung einer funktionslosen Schrumpfniere, der Blutarmut (Anämie) oder einer Hochdruckerkrankung (arterieller Hypertonus).
Insbesondere bei mehrfachem Wiederkehren der Erkrankung ist eine umfassende Diagnostik und Beseitigung der Ursachen erforderlich, um einen Dauerschaden an den Nieren mit entsprechenden Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Chronische Nierenbeckenentzündung

Wenn die Ursachen der zuvor beschriebenen akuten Pyelonephritis nicht behandelt werden, kann diese in eine chronische Verlaufsform übergehen. Diese führt unbehandelt meistens zum völligen Funktionsverlust der betroffenen Niere, so dass schlussendlich nur noch die Entfernung des Organs bleibt.