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Medizinisches Spektrum Urologische Klinik München-Planegg

Operative Behandlung der BPH

Wann besteht die absolute Notwendigkeit zur Operation?

  • Wiederkehrende Harnverhalte
  • Wiederkehrend sichtbares Blut im Urin mit erfolgloser konservativer Therapie
  • Wiederkehrende Harnwegsinfekte und Nebenhodenentzündungen
  • Blasensteinbildung
  • Harnaufstau der Nieren, Nierenfunktionsverschlechterung und Nierenversagen
  • Zunehmende Beschwerden unter medikamentöser Therapie

Welche Operationsverfahren werden angeboten?

  • Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)

    Standardoperationsverfahren bei Prostatavergrößerungen bis ca. 80 Gramm ist die sogenannte transurethrale Prostataresektion, umgangssprachlich auch Prostata - „Hobelung“ genannt.
    Mit Hilfe eines Blasenspiegelungs­instruments mit Arbeitskanal, welches durch die Harnröhre bis zur Prostata vorgeschoben wird, schneidet der Operateur mit einer stromführenden Schneideschlinge Prostatagewebe aus, das dann über den Schaft des Instruments herausgespült wird. Die Operation wird meist in einer schonenden Rückenmarksnarkose (Spinalanästhesie) durchgeführt. Der durchschnittliche stationäre Aufenthalt beträgt nur ca. 5 Tage.
    Trotz technisch-medizinischer Weiterentwicklungen, insbesondere der operativen Laserverfahren, ist die TUR-P-Methode bei der chirurgischen Behandlung der BPH weiterhin der Goldstandard, an dem sich alle anderen Methoden messen lassen müssen. Die Datenlage der anderen operativen Therapiemethoden ist sehr heterogen.

  • Prostataoperation über einen Bauchschnitt (suprapubische Prostata­adenom­enukleation)

    Dieses Operationsverfahren ist dann notwendig, wenn

    • die vergrößerte Prostata ein Gewicht von 80 bis 100g überschritten hat,
    • gleichzeitig große Blasensteine vorliegen oder
    • zusätzlich große Blasendivertikel aufgrund von Restharnbildung oder häufiger Infekte in gleicher Sitzung abgetragen werden müssen.

    Diese Schnittoperation wird üblicherweise in Vollnarkose durchgeführt. Die durchschnittliche Operationszeit beträgt knapp 60 Minuten, der stationäre Aufenthalt ca. 8 Tage. Falls gleichzeitig ein Leistenbruch besteht, kann dieser in gleicher Sitzung versorgt werden.

Welche Verhaltensmaßnahmen sind nach der Operation zu beachten?

  • Nach der Operation ist es normal, dass der Patient für ca. 4 - 6 Wochen sichtbares Blut im Urin haben kann, v.a. nach Wiederbeginn einer notwendigen Blutverdünnung.
    Um das Aufreißen von Blutgefäßen zu verhindern, sollte starkes Pressen beim Stuhlgang oder Wasserlassen vermieden und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (min. 2 Liter/Tag) geachtet werden. Der Patient sollte auch (in den ersten 4 - 6 Wochen in diesem Zeitraum nach Operation) auf schwere körperliche Belastung, das Heben schwerer Lasten (max. 10 kg) sowie das Radfahren verzichten.
  • Direkt nach der Operation ist der Patient aufgrund der großen Wundfläche anfälliger für Blasenentzündungen. Daher sollte man die ersten 2 Wochen auf heiße Vollbäder oder Saunabesuche verzichten. Bei Brennen beim Wasserlassen, übelriechendem Urin oder Fieber muss der Facharzt aufgesucht werden.
  • Zudem kann am Anfang eine noch vorherrschende Drangsymptomatik zu sehr häufigem, oft noch schmerzhaftem Wasserlassen mit kleinen Mengen und plötzlichem Harndrang bestehen. Dies ist nicht mit einer anhaltenden Inkontinenz zu verwechseln. Die Symptomatik ist auf die große Wundfläche, die leicht reizbar ist, zurückzuführen und lässt in den ersten Wochen nach Operation nach.