Medizinisches Spektrum Urologische Klinik München-Planegg

Was ist eine Chemotherapie?

Unter einer Chemotherapie versteht man die Behandlung mit einem Zytostatikum. Diese Medikamente wirken als Zellgifte und beeinflussen insbesondere Tumorzellen, da diese im Vergleich zu den übrigen Zellen im Körper einen hohen Stoffwechsel aufweisen und dadurch besonders empfindlich für diese Medikamente sind. Ziel der Behandlung ist es, die Tumorzellen möglichst vollständig abzutöten und dabei den restlichen Organismus so gering wie möglich zu belasten.

Wann muss oder sollte eine Chemotherapie durchgeführt werden?

Nach länger dauernder antihormoneller Therapie kommt es sehr häufig zu einem Wirkungsverlust dieser Therapieform. Man spricht hierbei von einer sogenannten „Kastrationsresistenz“, da der Tumor trotz Testosteronspiegel im Kastrationsbereich weiterwächst. In einem solchen Fall ist die Chemotherapie eine mögliche Therapieoption.

Des Weiteren gibt es neuere Untersuchungen, die bestätigen, dass sich ein frühzeitiger Einsatz der Chemotherapie (also beim ersten Nachweis von Metastasen) günstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

Welche Medikamente kommen in Frage?

Die besten Ansprechraten werden mit den sogenannten „Taxanen“ erzielt; dazu zählen die Medikamente Docetaxel und Cabazitaxel. Diese Medikamentengruppe zeichnet sich durch eine gute Verträglichkeit bei relativ geringen Nebenwirkungen aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Medikamente auch problemlos ambulant oder tagesklinisch verabreicht werden können.