Ein Genitalprolaps ist eine Senkung der inneren Beckenorgane – z. B. von Blase, Gebärmutter oder Darm – in Richtung Scheide. Ursache ist meist eine Schwäche des Beckenbodens oder der Haltestrukturen, häufig nach Geburten, Operationen oder im höheren Lebensalter. Typische Beschwerden sind ein Druck- oder Fremdkörpergefühl im Becken sowie Probleme beim Wasserlassen, Stuhlgang oder beim Geschlechtsverkehr.
Eine Operation wird empfohlen, wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind und konservative Maßnahmen wie Beckenbodentraining oder Pessartherapie nicht ausreichend helfen. Die Entscheidung erfolgt individuell nach ausführlicher Diagnostik und Beratung.
In unserer Klinik wenden wir gewebeschonende, vaginale Verfahren an – z. B. die vordere oder hintere Kolporaphie sowie Fixationstechniken wie die sacrospinale oder uterosakrale Fixation. Ziel ist es, die anatomische Statik des Beckenbodens funktionell wiederherzustellen – individuell abgestimmt auf das betroffene Organ und das Beschwerdebild.
Die Operation dauert meist 60 bis 90 Minuten. In der Regel bleiben Patientinnen etwa 3 bis 4 Tage stationär. Die Mobilisation beginnt bereits wenige Stunden nach dem Eingriff. Eine körperliche Schonung – insbesondere Verzicht auf schweres Heben – wird für etwa 6 Wochen empfohlen.
Die Erfolgsrate ist bei sorgfältiger OP-Planung und richtiger Nachsorge sehr hoch. Für eine nachhaltige Heilung ist es wichtig, körperliche Belastungen in den ersten Wochen zu vermeiden. Regelmäßige Kontrolltermine sowie ggf. ein gezieltes Beckenbodentraining im Anschluss unterstützen den langfristigen Behandlungserfolg.


