Die Wahl der Therapie hängt vom Tumorstadium, der Aggressivität, dem Allgemeinzustand und den individuellen Wünschen ab. In der Urologischen Klinik München-Planegg wird jede Behandlung im interdisziplinären Tumorboard besprochen und gemeinsam mit Ihnen entschieden – immer mit dem Ziel einer sicheren, schonenden und individuell passenden Lösung.
Bei der TUR-B wird der Tumor mit einer feinen Schlinge durch die Harnröhre entfernt – ohne äußeren Schnitt. Der Eingriff dauert meist weniger als eine Stunde, erfolgt unter Narkose und ermöglicht eine schnelle Erholung. Das entnommene Gewebe wird anschließend histologisch untersucht, um die weitere Behandlung gezielt planen zu können.
Nach einer TUR-B bleiben die meisten Patientinnen und Patienten wenige Tage im Krankenhaus. Leichte Reizbeschwerden beim Wasserlassen oder Blutbeimengungen im Urin sind in den ersten Tagen normal. In der Regel kann der Alltag nach kurzer Zeit wieder aufgenommen werden.
Eine radikale Zystektomie wird empfohlen, wenn der Tumor in die Blasenmuskulatur eingewachsen ist oder wiederholt auftritt. In diesen Fällen bietet die Operation die besten Heilungschancen. Durch moderne Operationstechniken kann die Behandlung heute funktionell orientiert und mit bestmöglicher Lebensqualität durchgeführt werden.
Nach einer Zystektomie wird eine neue Form der Harnableitung angelegt. Je nach Befund und körperlichen Voraussetzungen kann dies über eine Neoblase, ein Ileum-Conduit oder ein kontinentes Reservoir erfolgen. Welche Methode am besten geeignet ist, wird individuell im Beratungsgespräch festgelegt.
Je nach Therapieform können vorübergehend Beschwerden wie häufiger Harndrang, Reizsymptome, Müdigkeit oder Infektionen auftreten. Unser Team begleitet Sie engmaschig in der Nachsorge, um Beschwerden frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Langfristig stehen Lebensqualität und funktioneller Erhalt im Mittelpunkt jeder Therapieentscheidung.
Wird Blasenkrebs früh erkannt und vollständig entfernt, sind die Heilungschancen sehr gut. Bei oberflächlichen Tumoren liegt die Langzeitüberlebensrate über 80 %. Auch bei muskelinvasiven Tumoren ermöglichen moderne Operationstechniken, Strahlen- und Systemtherapien häufig eine langfristige Kontrolle der Erkrankung.
Die Nachsorge ist ein entscheidender Bestandteil der Behandlung. Da Blasenkrebs wiederkehren kann, werden regelmäßige Zystoskopien und Urinuntersuchungen durchgeführt – anfangs in kurzen, später in längeren Abständen. So können mögliche Rückfälle frühzeitig erkannt und rechtzeitig behandelt werden.


