Eine Operation wird empfohlen, wenn der Harnabfluss dauerhaft behindert ist, sich ein relevanter Harnstau entwickelt, die Nierenfunktion eingeschränkt ist oder wiederkehrende Infektionen bzw. Schmerzen auftreten. Die Entscheidung erfolgt immer individuell auf Basis der Befunde.
Dabei handelt es sich um eine Engstelle am Übergang zwischen Nierenbecken und Harnleiter, die den Urinabfluss behindert. Sie kann angeboren sein oder sich erst im Erwachsenenalter bemerkbar machen. Die Standardtherapie ist die Nierenbeckenplastik (Pyeloplastik).
Bei der Pyeloplastik wird die Engstelle am Nierenbeckenabgang vollständig entfernt und der Harnleiter neu und spannungsfrei an das Nierenbecken angeschlossen. In unserer Klinik erfolgt dieser Eingriff in der Regel robotisch assistiert und minimalinvasiv, was sehr gute funktionelle Langzeitergebnisse ermöglicht.
Die Nierenbeckenplastik behandelt eine Engstelle direkt am Übergang zwischen Nierenbecken und Harnleiter. Ein Harnleiterersatz ist notwendig, wenn ein längerer Abschnitt des Harnleiters geschädigt oder vernarbt ist. In diesem Fall wird der Defekt durch körpereigenes Gewebe ersetzt, z. B. durch Blasenanteile (Psoas-Hitch, Boari-Plastik), Darmsegmente oder Mundschleimhaut.
Eine DJ-Harnleiterschiene ist ein dünner Kunststoffschlauch, der vom Nierenbecken bis in die Harnblase reicht. Sie stellt den Harnabfluss sicher, entlastet die Niere und wird häufig bei akuten Abflussstörungen, Infektionen oder zur Überbrückung bis zur definitiven Operation eingesetzt.
Eine DJ-Schiene ist in der Regel eine vorübergehende Maßnahme und verbleibt meist einige Wochen im Körper. In ausgewählten Situationen kann auch eine dauerhafte Schienung mit regelmäßigen Wechseln erforderlich sein. Die Liegedauer wird individuell festgelegt und engmaschig kontrolliert.
Viele Patientinnen und Patienten können mit einer DJ-Schiene ihren Alltag weitgehend normal gestalten. Mögliche Begleiterscheinungen sind vermehrter Harndrang, ein Ziehen in der Flanke oder leichte Beschwerden beim Wasserlassen, insbesondere bei körperlicher Belastung. Diese Symptome sind meist vorübergehend.
Nach minimalinvasiven und robotisch assistierten Eingriffen sind Patientinnen und Patienten meist nach wenigen Tagen wieder mobil. Nach größeren rekonstruktiven Operationen beträgt die Erholungszeit in der Regel zwei bis drei Wochen. Der Heilungsverlauf wird durch regelmäßige Kontrollen überwacht.
Die Prognose ist sehr gut. Mit modernen rekonstruktiven und robotisch assistierten Operationsverfahren kann der Harnabfluss in über 90 % der Fälle dauerhaft wiederhergestellt werden. Eine strukturierte Nachsorge hilft, mögliche erneute Engstellen frühzeitig zu erkennen.


