Nierenkrebs gehört zu den eher seltenen Tumorerkrankungen, macht aber etwa 2 bis 3 % aller Krebserkrankungen aus.In Deutschland erkranken jährlich rund 15.000 Menschen, Männer etwas häufiger als Frauen. Dank moderner Bildgebung wird Nierenkrebs heute oft zufällig und in frühen Stadien entdeckt – mit entsprechend guten Heilungschancen.
Im Frühstadium verursacht Nierenkrebs meist keine Beschwerden. Mögliche Warnzeichen sind Blut im Urin, Flankenschmerzen, ein tastbarer Tumor, unerklärlicher Gewichtsverlust oder Müdigkeit. Auch Fieber oder Blutarmut können auftreten. Da diese Symptome auch andere Ursachen haben können, ist eine urologische Abklärung immer empfehlenswert.
Die Diagnose erfolgt meist durch Ultraschall oder Computertomographie (CT), häufig als Zufallsbefund. Zur genauen Beurteilung der Tumorausdehnung kommen MRT-Untersuchungen und in bestimmten Fällen endoskopische Verfahren (URS) hinzu. Anhand dieser Ergebnisse lässt sich das Tumorstadium bestimmen und die optimale Therapie planen.
Die wichtigste Behandlung ist die operative Entfernung des Tumors – entweder organerhaltend (Teilresektion) oder durch Entfernung der gesamten Niere. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen kommen zielgerichtete Medikamente oder Immuntherapien zum Einsatz. Welche Methode im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet das interdisziplinäre Tumorboard gemeinsam mit dem Patienten.
Wird Nierenkrebs früh erkannt und vollständig entfernt, sind die Heilungschancen sehr gut. Bei lokal begrenzten Tumoren liegt die Langzeitüberlebensrate bei über 80–90 %. Auch bei fortgeschrittenen Stadien können moderne Therapien das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamen.
Eine gezielte Vorbeugung ist nicht möglich, doch ein gesunder Lebensstil kann das Risiko deutlich senken: Verzicht auf Rauchen, regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und die Behandlung von Bluthochdruck oder Übergewicht sind wichtige Schutzfaktoren. Zudem sollten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen wahrgenommen werden, besonders bei familiärer Vorbelastung.


