Die radikale Zystektomie – also die vollständige Entfernung der Harnblase – ist die Standardtherapie bei muskelinvasivem oder fortgeschrittenem Harnblasenkarzinom. Sie kommt zum Einsatz, wenn der Tumor in die Blasenmuskulatur eingewachsen ist oder eine andere lokale Therapie nicht ausreicht.
Die Operation dauert je nach gewähltem Blasenersatz ca. 3 bis 5 Stunden. Direkt nach dem Eingriff erfolgt eine intensive Überwachung für 2–3 Tage, meist auf einer speziellen Überwachungsstation. Der gesamte stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 10 bis 14 Tage.
In unserer Klinik bieten wir alle gängigen Verfahren an, individuell abgestimmt auf Tumorstadium und Lebenssituation:
- Neoblase (neue Blase aus Dünndarmgewebe)
- Katheterisierbarer Pouch
- Ileum-Conduit
- Harnleiterhautfistel
Die Entscheidung erfolgt gemeinsam mit den behandelnden Ärzt:innen in der Spezialsprechstunde.
Wenn medizinisch möglich, führen wir die Zystektomie robotisch-assistiert mit dem Da-Vinci®-System durch. Diese Methode ermöglicht ein besonders präzises, schonendes Vorgehen mit Vorteilen wie weniger Blutverlust, weniger Schmerzen und schnellerer Erholung.
Nach der Operation betreut ein multiprofessionelles Team die Patient:innen umfassend – u. a. Urolog:innen, Pflegekräfte, Physiotherapeut:innen, Stomatherapeut:innen und Psychoonkolog:innen. Ziel ist eine ganzheitliche, strukturierte Erholung mithilfe von ERAS-Protokollen (Enhanced Recovery After Surgery).
Unser Sozialdienst organisiert bereits während des Klinikaufenthalts die Anschlussheilbehandlung in einer Rehaklinik, bei Bedarf häusliche Pflege, Hilfsmittelversorgung und weitere Unterstützung im Alltag. So wird ein sicherer Übergang nach Hause oder in die Reha gewährleistet.


